Politik - 1. Weltkrieg 1914 - 1919

117 - verkauft/sold

117 An das deutsche Volk! - Berlin 6. 8.1914 - Aufruf zum Kriegseintritt
Wilhelm II. (Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen).
Druck der Bayerischen Staatszeitung, kgl. Bayerischer Staatsanzeiger.
Größe 63,2 x 48 cm.
War gefaltet, leicht knittrig.
Code 22117

Vollständiger Plakattext:

An das Deutsche Volk!
Seit der Reichsgründung ist es durch 43 Jahre Mein und Meiner Vorfahren heißes Bemühen gewesen, den Weltfrieden zu erhalten und im Frieden unsere kraftvolle Entwicklung zu fördern. Aber die Gegner neiden uns den Erfolg unserer Arbeit. Alle offenkundige und heimliche Feindschaft von Ost und West und von jenseits der See haben wir bisher ertragen im Bewußtsein unserer Verantwortung und Kraft, nun aber will man uns demütigen. Man verlangt, daß wir mit verschränkten Armen zusehen, wie unsere Feinde sich zu tückischem Ueberfall rüsten, man will nicht dulden, daß wir in entschlossener Treue zu unserem Bundesgenossen stehen, der um sein Ansehen als Großmacht kämpft und mit dessen Erniedrigung auch unsere Macht und Ehre verloren ist.

So muß denn das Schwert entscheiden.
Mitten im Frieden überfällt uns der Feind.
Nun auf zu den Waffen!
Jedes Schwanken, jedes Zögern wäre Verrat am Vaterland!
Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter sich neu gründeten, um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens.
Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Roß. Und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war.
Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern war!

Berlin, den 6. August 1914.

Wilhelm.

118 - verkauft/sold

118 Für die aus Feindesland vertriebenen Deutschen - Aufruf zur Geldspende
Verein für das Deutschtum im Ausland e. V., Berlin.
Anonymer Entwurf, Deutschland Anfang 1915.
Druck Rob. Rohde, Berlin. Größe 75,1 x 48,5 cm.
Auf Japanpapier aufgezogen, Ecke unten links kleine Fehlstellen ergänzt und U-förmigen Einriss restauriert, oberer Rand leicht fleckig.
Code 22118

Vollständiger Plakattext:

Für die aus Feindesland vertriebenen Deutschen.

Die unerhörte Härte, mit der bei Ausbruch des Krieges Tausende friedlicher Deutscher aus den Ländern ausgewiesen wurden, deren Wohlstand sie mit deutschem Fleiße fördern geholfen, ist in unser aller Gedächtnis. Täglich lauter dringt an unser Ohr die Klage derjenigen, die in feindlichen Konzentrationslagern zurückgehalten werden.
Ein Aufruf, den der Verein für das Deutschtum im Ausland alsbald zu Gunsten der Flüchtlinge erlassen hat, brachte die Mittel für die erste, dringendste Hilfe auf. Aber im Laufe der verflossenen Wochen trat nach und nach immer klarer hervor, wie groß, wie über alle Erwartung brennend diese Not ist, wie sie von Tag zu Tag wächst!
Die Zahl der Vertriebenen beziffert sich auf viele Tausende. Jetzt, wo die französischen Konzentrationslager ihre Tore geöffnet haben, wo aus dem weiten Rußland deutsche Ausgewiesene die Heimat erreichen, wird sie sich noch gewaltig mehren. Dazu werden in England Tausende von Deutschen zurückgehalten, die schutzlos Kälte und Hunger presigegeben sind. Auch für sie müssen Mittel und Wege zur Hilfe gefunden werden!
Diejenigen, denen noch vergönnt war, einige Barmittel bei der Flucht zu retten, haben sie im Laufe der Wochen verbraucht. Weitaus die meisten vermochten nur das nackte Leben zu retten und das, was sie gerade auf dem Leibe trugen. Nicht nur ihr Haus und Heim, ihre Wohnungseinrichtungen, die Früchte ihres Fleißes in Banken und Sparkassen - auch ihre Kleidung für Herbst und Winter, mußten sie zurücklassen.
Nun sind sie mittellos ohne warme Kleidung und sichere Unterkunft zum größten Teil nach der Reichshauptstadt gekommen, in der Hoffnung, hier Arbeit und Hilfe zu finden. Bei allem guten Willen und aller Befähigung zur Arbeit, vermehren sie, den heimlichen Wirtschaftsverhältnissen entfremdet, das Heer der Arbeitslosen.
Dieser schreienden Not kann und wird Berlin Auge und Ohr nicht verschließen. Will es vergessen, daß diese deutschen Pioniere im Ausland die opferbereiten Förderer deutscher Sprache und Kultur, wertvolle Vorkämpfer deutscher Wirtschaftsausbreitung waren? Vergessen - daß diese Frauen und Kinder die wehrlosen ersten Opfer unseres heiligen Krieges wurden, während die waffentüchtigen Männer aus dem fremden Lande begeistert und opferbereit zu den deutschen Fahnen eilten? - Vor Hunger, Frost, Elend und Untergang gilt es Zehntausende wackerer Deutscher zu bewahren, die um ihres Deutschtums willen vertrieben, sich hilfeflehend ins alte Mutterland geflüchtet haben.
Schnelle Hilfe tut bitter not!

Hierzu rufen wir unsere Mitbürger in Groß-Berlin auf!

Verein für das Deutschtum im Ausland e. V.
Dr. von Hentig, Staatsminister z. D., Wirkl. Geh. Rat.
Geschäftsführender Ausschuß der aus Rußland ausgewiesenen Reichsdeutschen.
Groß-Berliner Ausschuß der aus Frankreich vertriebenen Deutschen.
von Dirksen, Kaiserlicher Gesandter, MdR
Dryander, Geh. Regierungsrat, vortragender Rat im geheimen Zivilkabinett
Fischbeck, Stadtrat, MdR
O. Just, Reichskommissar, Direktor im Reichsamt des Inneren a. D.
Dr. Kämpf, Präsident des Deutschen Reichstages
Franz von Mendelssohn, Präsident der Handelskammer zu Berlin, MdH
Dr. Paasche, Geheimer Regierungsrat, Vizepräsident des Deutschen Reichstages
Dr. Emil Rathenau, Geh. Baurat, Gen. Dir. der Allgem. Elektr.-Ges.
Professor Dr. Rietzer, Geh. Justizrat, Präsident des Hansabundes
Dr. Arthur Salomonsohn, Geschäftsinhaber der Disconto-Gesellschaft
Dr. Graf Schwerin-Löwitz, Wirkl. Geh. Rat, MdR, Präsident des Preußischen Abgeordnetenhauses
Dr. James Simon
Arnold von Siemens, MdH
Professor Dr. Adolph Wagner, Wirkl. Geh. Rat

119 - verkauft/sold

119 Feier des Seesieges am Skagerrak 31.5.1932
Festrede Admiral a. D. [Hans] Zenker - Ehem. Chef der Marineleitung, in der Seeschlacht Kommandant S. M. Schlachtkreuzer "von der Tann"

Marine-Vereine & Marine-Verbände Groß-Berlins.
Anonymer Entwurf, Deutschland 1932.
Berek-Druck, Berlin. Größe 70,1 x 47 cm.
War gefaltet, auf Japanpapier aufgezogen, kleine Randfehlstelle ergänzt.
Die Schlacht fand vom 31.5. bis 1.6.1916 statt.
Code 22119

120 - verkauft/sold

120 Opfertag für die Deutsche Flotte 1.10.1916
Deutscher Flottenverein, Berlin.
Entwurf unter Verwendung einer Grafik, bezeichnet "Willy Stöwer 1904" (Schiff SMS Niobe), Deutschland 1916.
Druck Meisenbach Riffarth & Co. Berlin. Größe 70,4 x 46,1 cm.
Stauchungen im Blatt, leicht knittrig u. im Randbereich partiell leicht fleckig, kleine Nadellöcher.
Stöwer benutzte das Motiv bereits 1904 für ein Flottenverein Plakat.
Code 22120

Vollständiger Plakattext:

Deutscher Flottenverein
Am 1. Oktober 1916
Opfertag für die Deutsche Flotte!

Die Dankbarkeit des deutschen Volkes gegen seine Streiter, die schon so überwältigende Beweise seiner Opferwilligkeit geliefert hat, will auch seine Flotte nicht vergessen, die in mehr als zweijährigem, zähem Kampfe auf allen Weltmeeren sich so glänzend bewährte. Die jüngste der großen europäischen Marinen hat gegen die vereinigten Flotten von fünf alten Seevölkern sich nicht nur behauptet, sondern unvergängliche Loorbeeren sich erworben. Ohne Stützpunkt haben ihre Kreuzerbesatzungen Monate lang den feindlichen Handel schwer geschädigt und in den Schlachten von Santa Maria und den Falklandinseln ruhmreich zu siegen und zu sterben gewußt. Im Mittelmeer, im Schwarzen Meer, in der Nord- und in der Ostsee haben ihre Linienschiffe und Kreuzer dem Feinde unerschrocken die Stirn geboten, und am 31. Mai hat unsere Hochseeflotte vor dem Skagerrak der stärksten Flotte der Welt einen Schlag versetzt, wie sie ihn seit mehr als hundert Jahren nicht verspürt hat.
Aber auch der kühnen Fahrten der deutschen "U"-Boote, Torpedoboote, der Marine-Luftschiffe und -Flugzeuge, der stillen opfermutigen Tätigkeit der Minen- und Vorpostenschiffe und nicht zuletzt der Taten des tapferen Marinekorps in Flandern will das Deutsche Volk gedenken, die so viel dazu beitragen, den gefährlichsten unserer Feinde, Großbritannien, zu bezwingen.
Ihnen allen, den Kämpfern zur See in jeglicher Weise zu helfen und ihnen zugleich ein Zeichen heißen Dankes darzubringen, dessen Ergebnis von der Zentralstelle für freiwillige Gaben an die Marine unter Leitungdes Großadmirals von Koester in sachgemäßiger Weise verteilt werden soll.

An alle Deutschen geht daher die Bitte: Gebt und gebt reichlich für die Deutsche Flotte!

121 - Euro 280,-

121 Kaiser u. Krieg oder Republik u. Frieden?
Eine Anklageschrift von Siegfried Balder (= Wilhelm Eckstein).
Ohne Ort und Datum (Frankreich, nach 17.5.1917).
Farbig illustr. OrBroschur. 64 S., 14,7 x 10,8 x 0,4 cm.
Gewicht 30 Gramm.
Leicht berieben, bestoßen und knittrig, partiell fleckig, Rücken z. Tl. eingerissen und kleine Fehlstelle, Klammer rostig, Name auf Umschlag und Innentitel.
Pro-republikanische Schrift und Aufruf an deutsche Soldaten zur Desertion.
Code 22121

122 - Euro 120,-

122 Die neuen Männer - das Kabinett Prinz Max von Baden - 4.10.-9.11.1918
Bedazet Buchverlag, Berlin.
Entwurf Lucian Bernhard (Bildnisse gez. v. Paul Brockmüller), Deutschland Oktober 1918.
Linden-Druckerei u. Verlagsgesellschaft GmbH, Berlin.
Größe 45,5 x 22,1 cm.
Verso gedruckte Äußerungen von Kabinettsmitgliedern zur 9. Kriegsanleihe.
War gefaltet, leicht knittrig, Knicke, wenige kleine Randfehlstellen.
Code 22122


Plakattext (recto):

(Die neuen Männer - von links oben nach rechts unten)

Staatssekretär Dr. Solf
Reichskanzler Prinz Max von Baden
Staatssekretär Matthias Erzberger
Reichsschatzsekretär Graf Roedern
Handelsminister Otto Fischbeck
Staatssekretär Gustav Bauer
Staatssekretär Philipp Scheidemann
Staatssekretär Ritter von Mann
Kriegsminister Scheüch
Staatssekretär Dr. Gröber
Staatssekretär Dr. Trimborn

123 - verkauft/sold

123 1918 - 27 Grudnia - 1919 - Czesc bohaterom
1918 - 27. Dezember - 1919 - Es leben die Helden

Erinnerungsplakat vom 27.12.1919 zum Beginn des Posener Aufstands gegen das Deutsche Reich am 27. Dezember 1918.
Entwurf Franciszek Tatula, Polen 1919.
Druck Fr. Pilczek, Poznan. Größe 49,9 x 37,1 cm.
War gefaltet, auf Japanpapier aufgezogen, kleine Eckfehlstelle oben links ergänzt, ca. 2 x 1 cm Fehlstelle im rechten Rand ergänzt und retuschiert, kleine Randeinrisse hinterlegt.
Code 22123