AEG Metallfadenlampe 1907
26 Allgemeine Elektricitaets Gesellschaft - A. E. G. - Metallfadenlampe - Zirka ein Watt pro Kerze
Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin.
Entwurf Peter Behrens, Deutschland 1907. Druck Hollerbaum & Schmidt, Berlin N 65. Lithographie in drei Farben. Hintergrund: schwarz, leicht glänzend; Hintergrund Dreieck: schwarz, matt; Hintergrund Schriftfelder u. Punkte: grüngold, matt; Lampe, Produktname, Lichtpunkte, äußere Umrisslinie: Papierfarbe. Größe 69,1 x 52,8 cm.
Kleine Nadellöcher, Ränder minimal bestoßen, Blatt partiell minimal knittrig, drei kurze Einrisse im linken Rand, ohne die vorgesehenen Metallschienen am oberen und unteren Rand, verso alter Sammlungsaufkleber.
Nachweis:
1. DFP-3: Nr. 92.
2. Abb. in: Mitteilungen der Berliner Elektricitäts-Werke, Berlin. 3. Jg. 1907, Heft 12 Dezember. S. 178.
3. Ausgestellt im Sitzungssaal der AEG-Apparatefabrik, Berlin-Wedding, ca. Mai/Juni 1909. Siehe Abbildung unten aus: AEG-Zeitung, 11. Jg. 1909, H. 12, Juni.
4. Erwähnt im Brief von Peter Behrens, Neubabelsberg an August Kuth, Frankfurt Main vom 23.9.1909 "...Sie erhalten im Eilpaket nachstehende photographische Nachbildungen und Originale meiner graphischen Arbeiten für die A.E.G.: ... 1 Blatt A.E.G. Metallfadenlampe a. kleines Format b. großes Format...". (Osthaus Museum Hagen, Signatur Kü 418/120).
5. S/W-Abb. in: Hollerbaum & Schmidt, Berlin. Plakatkatalog 1910. Nr. 347.
6. S/W-Abb. in: Monographien deutscher Reklame-Künstler. Bd. 5 "Peter Behrens". Hg. Fritz Meyer-Schönbrunn, Hagen und Dortmund 1912. S. 8.
Das Plakat lässt sich in sechs weiteren Exemplaren nachweisen: fünf in Museen (Berlin, Krefeld, Dresden, Amsterdam, New York), eines in Privatsammlung USA.
Zur Plakatgestaltung:
Behrens scheint die grafische Gestaltung aus seiner Werbeanzeige "Anker-Marke" der Delmenhorster Linoleum-Fabrik für die Dresdener Kunstgewerbeausstellung 1906 entwickelt zu haben (Deutsche Digitale Bibliothek Nr. 2638714).
Die architektonisch anmutende, konstruktive Flächenaufteilung in die geometrischen Elemente Rechteck, Kreis und Dreieck wirkt jetzt im AEG-Plakat lesbarer: Durch Verwendung von Punktlinien – statt durchgezogener Linien – und durch den reduzierten Farbkontrast zwischen den Elementen – statt eines strengen Hell-Dunkel-Kontrasts – wirken die Elemente verbundener. So wird dem Betrachter das Erfassen der Gesamtkomposition erleichtert.
Die Verwendung markanter Punkte als grafisches Element zitiert kongenial die runde Form technischer Konstruktionselemente von AEG-Produkten, wie etwa Nieten, Kugellager, Kabel, Antriebsräder oder Dynamoachsen. Als Plakatschrift verwendet Behrens gut lesbare, gezeichnete Typen der Behrens Antiqua und Behrens Mediäval.
Der Firmenname am oberen Rand ist wie ein Firmenschild auf dem Architrav eines Eingangsportals zur Firma platziert. Das Licht der stilisiert dargestellten Metallfadenlampe erleuchtet sowohl den Weg hin zum Eingangsportal, als auch den Produktnamen.
Auch heute noch sehr modern wirkt hier insbesondere die Darstellung von Licht als Fläche aus unterschiedlich großen Lichtpunkten und nicht als gestrichelte radiale Linienstrahlen, wie damals in Werbeplakaten für Leuchtmittel üblich. Diese Lichtpunkte scheinen, zumindest aus heutiger Sicht, auf die damals entstehende Vorstellung einer quantisierten, teilchenartigen Lichtnatur hinzuweisen, die auf Albert Einsteins Lichtquantenpostulat von 1905 zurückgeht.
Bei fokussierter Betrachtung bewirkt die Anordnung der Lichtpunkte im Stil der Op-Art zudem ein räumliches Erscheinungsbild: das Licht der Lampe scheint, eine leichte Wölbung beschreibend, aus der Fläche hervorzutreten.
Code 30026
Das Plakat in der Ausstellung 1909 (Nachweis 3)
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