Weimarer Republik 1920 - 1924

197 - verkauft/sold

197 An das bayerische Volk! ... (Kapp-Lüttwitz-Putsch 1920)
Aufruf der Bayerischen Staatsregierung v. 13.3.1920, Anordnungen der Berliner Putschisten keine Folge zu leisten.
Mit Genehmigung der Interalliierten Rheinlandkommission v. 14.3.1920.
Druck Zweibrücker Druckerei GmbH, Zweibrücken.
Größe 71,6 x 46,7 cm.
War gefaltet, auf Japanpapier aufgezogen, etwas wellig, gebräunt und stark fleckig.
Code 30197

Vollständiger Plakattext:

An das bayerische Volk!

In Berlin versuchten einzelne Truppenkörper die durch den freien Willen des deutschen Volkes ein-
gesetzte Reichsregierung und gewählte Nationalversammlung mit Waffengewalt zu beseitigen.
Ein solches Treiben muß in einem Augenblicke, in dem unser deutsches Vaterland
durch Arbeit und wiedergewonnenes Vertrauen sich wirtschaftlich zu erholen beginnt,
zum Kampfe aller gegen alle und schließlich zum Untergange Deutschlands führen.

Nur ein Wahnsinniger kann glauben, daß neuerliche Putsche von irgend einer Seite den Wiederauf-
stieg und die Gesundung unseres schwer leidenden Volkes herbeiführen könnten.

Wir in Bayern halten fest an der vom Volke selbst beschlossenen Verfassung.
Auf ihrem Boden allein können die politischen Kämpfe ohne neuerliche schwerste Erschütterung unseres
Landes zum Austrag gebracht werden. Wir rufen in diesem Augenblicke unser gesamtes bayerisches Volk
unter Zurückstellung alles Trennenden auf, sich mit aller Entschiedenheit geschlossen
gegen ein Uebergreifen der in Berlin unternommenen Versuche auf Bayern zu
wenden und einmütig sich auf den Boden der Reichs- und Landesverfassung zu stellen.
Regierung, Landtag und bayerisches Reichswehrgruppenkommando sind entschlossen, mit allen ihnen
zu Gebot stehenden Mitteln unserem bayerischen Volk Ruhe und Ordnung zu erhalten. Zur Arbeits-
niederlegung besteht in Bayern kein Anlaß.

Anordnungen neuer ziviler und
militärischer Gewalthaber in Berlin
sind in Bayern nicht zu befolgen.
Die bayerische Staatsregierung handelt
in Uebereinstimmung mit den anderen
süddeutschen Regierungen.

München, den 13. März 1920

Das Gesamtstaatsministerium:
Hoffmann, Dr. Ernst Müller, v. Freyberg, Endres, Hamm, v. Frauendorfer, Segitz, i. V. Sänger.

Reichswehrgruppenkommando IV: Möhl.

Präsidium des Bayerischen Landtages:
Franz Schmitt, Königsbauer, Dr. Hammerschmidt.

Die Vertreter des bayerischen Landtags:
Bayerische Volkspartei: Speck, Funke, Giehrl.
Sozialdemokratische Partei: Timm.
Deutsche Demokratische Partei: Bühler, Dr. Kempf.
Deutsche Volkspartei: Becker.
Bayerischer Bauernbund: Städle, Hofmann.

Sans objection
Zweibrücken, 14. März 1920.
der Delegierte der Hohen Interalliierten Rheinlandkommission
(gez.) Watrin

198 - Euro 480,-

198 Mein Körbchen liegt Dir wohl im Sinn?
Da ist mein liebes Schlesien drin!
Untrennnbar bleibt es stets bei mir,
Denn öd' und wild säh's aus bei Dir.
(Deutsches Rotkäppchen verfolgt von einem roten, polnischen Wolf)
Deutsches Plakat zur Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921.
Anonymer Entwurf, Deutschland 1920. Ohne Druckvermerk.
Größe 47,1 x 63,9 cm.
War gefaltet, zwei kleine Einrisse im linken Rand mit Japanpapier hinterlegt, Faltstellen leicht berieben.
VDP-Plakatliste vom 1.12.1920: Nr. 46.
Code 30198

199 - Euro 240,-

199 Liefert die Waffen ab! - Sept. – Nov. 1920
Plakat herausgegeben am 25.8.1920 im Auftrag des Reichskommissars für die Entwaffnung Dr. Wilhelm Peters, Berlin.
Druck Sagawe & Co. GmbH, Berlin W (Vermerk: Nr. F. 97.).
Größe 70,5 x 47,3 cm.
War gefaltet, auf Japanpapier aufgezogen, kleine Randeinrisse restauriert.
Code 30199

Vollständiger Plakattext:

Liefert
die Waffen ab!
Das Reichsgesetz vom 7. August 1920 ordnet die Ablieferung der
Militärwaffen an. Schleunige Ablieferung ist geboten.

Vom 15. September bis 1. November 1920
nimmt jede Ortsbehörde Militärwaffen an. Bis zum 20. Oktober
einschließlich wird jedem Ueberbringer eine Prämie für die beschleu-
nigte Ablieferung in bar gezahlt. Diese beträgt für ein Militärgewehr:

vom 15. September bis 10. Oktober ... Mk. 100.-
vom 11. Oktober bis 20. Oktober ... Mk. 50.-

Für andere Militärwaffen, für Waffenteile, für Munition
werden gleichfalls Prämien gewährt.

Die Waffen werden sofort unbrachbar
gemacht und der Vernichtung zugeführt.

Wer nach dem 1. November Militärwaffen besitzt, hat nach dem
Reichsgesetz vom 7. August 1920 schwere Freiheitsstrafen und Geld-
strafen bis zu 300 000 Mark zu gewärtigen. Die Militärwaffen
werden nach dem 1. November 1920 für verfallen erklärt und
eingezogen.

Berlin, den 25. August 1920

Der Reichskommissar für die Entwaffnung
Dr. Peters

200 - verkauft/sold

200 Ihr könnt uns ... nicht aus der Ruhe bringen - Fiche-moi la paix …! Cambronne …!
Deutsches Plakat gegen die Ruhrbesetzung durch Frankreich und Belgien.
Entwurf unleserlich bezeichnet "P. Mich" oder ähnlich (vermutlich Pseudonym "P. Michel"), Deutschland 1923/24.
Ohne Druckvermerk. Größe 63 x 41,9 cm.
War gefaltet, auf Japanpapier aufgezogen, einige winzige Nadellöcher in der Darstellung, einige kleine Randeinrisse restauriert.
Code 30200

201 - verkauft/sold

201 Ruhrbesetzung
(Besatzungssoldat untersucht Fabrikarbeiter)
Deutsches Plakat gegen die Ruhrbesetzung durch Frankreich und Belgien.
Entwurf bezeichnet "F.", Deutschland 1923/24.
Ohne Druckvermerk.
Größe 34,2 x 27,2 cm.
Drei schwache horizontale Knicke, leicht knittrig, kleine Eckfehlstelle unten links.
Code 30201